Saison 2008 „Herr Puntila und sein Knecht Matti“

Das Stück lebt von den Dialogen zwischen Puntila und Matti. Beide genießen diese Gespräche aus unterschiedlichen Motiven. Puntila gefällt sich in seinen Träumen, in denen er Menschen Gutes will. Matti bleibt mit seinen Antworten auf Distanz, doch verzichtet er dabei nicht auf Doppeldeutigkeit. Er würde aber nie widersprechen wenn der Gutsherr nüchtern ist.

Matti ist Puntila geistig überlegen. Entscheidend ist, dass dem Knecht das Recht einer Verweigerung des Dialoges nicht gegeben ist.

Matti durchschaut Puntilas Wesen und macht dadurch die Figur desGutsbesitzers auch für den Zuschauer durchschaubar.

Brecht selber kündigt das Stück als ein Volksstück an. Bei ihm ist das allerdings nicht das volkstümlich-derbe Theater, sondern eine Verknüpfung von „Volkstümlichkeit und Realismus“. Er verwendet Motive aus dem einfachen Volksstück z.B. die derben Charaktere, „anzügliche“ Szenen und Situationskomik. Er will den Zuschauern jedoch auch zeigen, dass man Empörung über unmenschliche Zustände auf viele Arten darstellen kann.

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