Saison 2009 „Der zerbrochne Krug“

 

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Der Reiz des Lustspiels liegt in seinen Wort- und Sprachspielen. Schon die Namen sind ansprechend – der Dorfrichter tritt als alter Adam auf, den seine Begehrlichkeit zu Fall bringt. Vertuschung und Aufklärung verschränken sich, die Verhandlung bewegt sich auf einem doppeltem Boden.

Doch auch kritische bis fast tragische Züge zeichnen das Lustspiel aus. Eve sieht sich von ihrem Geliebten verraten und bloßgestellt. Dass sie ihm verzeiht, zeugt weniger von Größe als von Schwäche. Adams Prozessführung erlaubt zudem zahlreiche Seitenhiebe auf eine unzulängliche Justiz.

Erst 1820 eroberte der „Krug“ mit seinen prallen Charakteren die Bühnen, und fortan behielt Kleists Dramatikerkollege Hebbel recht, der behauptet hat, bei diesem Stück könne nur das Publikum durchfallen.

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